Wohnwagen

Der Wohnwagen. Vom Ei zum Wohnpalast - die Erfolgsgeschichte des Wohnwagens

Natürlich war es der legendäre Käfer, der ab 1950 zum Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde. Als solcher ist er in die Geschichtsbücher eingegangen. Was ein bisschen ungerecht ist. Denn ein anderes Gefährt eroberte zur selben Zeit den deutschen Fahrzeugmarkt und die Herzen der Autofahrer. Im wahrsten Sinne des Wortes prägte es direkt hinter Käfer, DKW oder Opel Kapitän vor allem in den Sommermonaten das Straßenbild. Das Gefährt nannte sich Caravan Tourist, und mit ihm begann die Erfolgsgeschichte des Wohnwagens.

Mit dem Wohnwagen verbindet sich eine Lebensphilosophie

Den Wohnwagen als nützlichen Anhänger zum übernachten zu bezeichnen, wäre in etwa so, als stellte man einen Rolls Royce nur als Auto zum Fahren dar. Zum Wohnwagen gehört eine eigene Lebensphilosophie, eine bestimmte Art Reisekultur. Unabhängig sein, dort halten, wo es einem gefällt. Der Natur nahe sein, und dabei auf seine eigenen vier Wände nicht verzichten müssen. Der Wohnwagen ist der rollende Zweitwohnsitz oder der an den reizvollsten Plätzen wartende Ruhesitz fürs Wochenende. In diesem Sinne ist der Wohnwagen ein Nutzfahrzeug in der allerschönsten Bedeutung dieses Wortes.

Neue Materialien im Wohnwagenbau

Seit dem Caravan Tourist von Dethleffs oder dem Ideal von Tabbert Mitte der 1950er Jahre, hat sich der Wohnwagen dem Geschmack der Zeiten entsprechend gewandelt. Die witzig anmutenden abgeschrägten Shilouetten in Eiform sind durch die eleganten aerodynamischen Linien der Aufbauten abgelöst worden. Statt Holz und Pressplatten wird heute auch witterungsbeständiges, gewichtssparendes Aluminium und Kunststoff verbaut. Geblieben ist das Bauprinzip des Pioniers Arist Dethleffs, dessen Name auch heute noch als Marke für große Wohnwagenkultur steht. Ein Wohnwagen ist von der Konstruktion her ein aus Verstrebungen gebildeter Holz- oder Metallrahmen, der auf ein Fahrgestell montiert wird. Außen und Innen mit Platten versehen, zwischen denen eine Isolierschicht aus geschäumten Kunststoff ist, bildet er den fertigen Aufbau.
Wohnwagen Hersteller
Bürstner Knaus-Tabbert LMC
Holder Eicher Bucher
Oft gesucht

Miniwohnwagen sind wieder im Trend

Waren die ersten Modelle mit Maßen von kaum zwei Metern gerade fär den Italienurlaub von zwei Personen ausgelegt, gibt es heutzutage Modelle, die mit acht Meter Länge eine unabhängige kleine Welt für bis zu sieben Personen bilden. Klimaanlage, Parabolantenne und Wellnessinsel im wohnwageneigenen Bad inklusive. Etagenlösungen, versenkbare oder drehbare Elemente lösen durchdacht und optisch elegant alle Platzprobleme. Der Kochbereich im Segment der Luxuswohnwagen gehört in die Kategorie Designerkäche. Denn ästhetik spielt mehr denn je eine große Rolle. Das dunkelbraune bärgerliche Ambiente der 1970er Jahren ist passe. Moderne Wohnwagen sind in ihrem Innern nach dem Vorbild eines modernen Haushalt durchgestaltet. Je nach Modell und Preis finden außer veredelten Kunststoffoberflächen vor allem hochwertige Furnierhölzer in heller Optik, edle Materialien und schicke Armaturen und feine pflegeleichte Stoffe fär die Sitzbereiche Anwendung. Gerade viele jung gebliebene ältere Paare wünschen sich jedoch eher einen kleinen Wohnwagen, der leicht zu manövrieren ist und Platz zum Wohnen für Zwei bietet. Ihnen reichen kleine Aufbauten mit komfortabler Grundausstattung. Die Wohnwagenhersteller haben darauf etwas spät reagiert, inzwischen bietet sie aber beinahe alle auch Miniwohnwagen, Klappwohnwagen mit und ohne Zelteinbau oder Hubdachwohnwagen an, die besonders benzinsparend sind. Diese Modelle ergänzen das Programm der lange Zeit vorherrschenden klassischen Reisewohnwagen mittlerer Größe.

Was der Wohnwagen-Besitzer wissen muss

Wer einen Wohnwagen zieht, braucht keine besondere Fahrerlaubnis. Ein Sicherheitstraining ist empfehlenswert. Das Schleuderverhalten, die ungewohnten Abmessungen und die Spiegelperspektive bergen Gefahren. Zu beachten ist die im Fahrzeugschein unter den Ziffern 28/29 angegebene zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs. Diese darf das Gewicht des Wohnwagens nicht äberschreiten. Konkret heißt das aber: Ein Wohnwagen darf nur 80% von dem wiegen, was das Auto vor ihm im Leerzustand auf die Waage bringt. Auf deutschen Autobahnen gilt fär Gespanne Tempo 80, bei Ausrästung des Wohnwagens mit Stabilisierungseinrichtungen wie ABE zur Zeit Tempo 100. Das Zugfahrzeug muss zwingend mit ABS und speziellen Sichtspiegeln ausgestattet sein. Beim Wohnwagen achtet der TäV auch auf ein hydraulisches Stoßdämpfersystem und Reifen nicht äber sechs Jahre. Wer sich einen gebrauchten Wohnwagen anschafft, sollte vor dem Kauf beispielsweise bei TäV oder DEKRA entsprechende Auskänfte einholen. Generell gilt: Dieselfahrzeuge eignen sich aufgrund ihres hohen Drehmoments bei niedrigen Drehzahlen besser als Zugfahrzeug als Benziner. Das merkt man vor allem bei Bergfahrten und beim Anziehen des Wohnwagens. Für Wohnwagengestpanne eignen sich vor allem Fahrzeuge mit Allrad oder Heckantrieb - wie z.B. von der Automarke BMW. Die Verteilung der Masse des Fahrzeugs beim Anfahren auf die Antriebsachse erhöht die Traktion und verhindert ein Durchdrehen der Räder.

Wohnwagen Hersteller

Die wichtigsten Wohnwagen-Hersteller und ihre Marken

Die wichtigsten Hersteller im Überblick: Hymer-Gruppe, Deutschland (Marken Bürstner, Dethleffs, Eriba, LMC, TEC), Knaus-Tabbert-Gruppe, Deutschland (Marken Eiffelland, Knaus, Tabbert, Wilk), Cabby und Kabe, Schweden (spezial Winter-Modelle), Hobby (Marke Fendt), Kip, Niederlande, Weippert, Deutschland.