Transporter: Kleine Schnelllaster mit großer Bedeutung für die Wirtschaft
Gerade weil Transporter im Vergleich zu LKW nur geringe Lasten befördern können, haben sie in den letzten Jahren an wirtschaftlicher Bedeutung rasant gewonnen. Denn sie sind das letzte Glied in der weltumspannenden Beförderungskette, in der Waren aus tausende von Kilometern entfernten Produktionsländern ihren Weg über die Logistikzentren bis zum Endkunden finden. Im lokalen Kleingüterverkehr hatten Transporter bereits seit Ende der 1920er Jahren eine wichtige Funktion. Auch in kleinen Gewerbebetrieben oder Handwerksunternehmen sind Transporter traditionell als Firmenfahrzeuge im Einsatz. Einen wahren Boom erlebten Transporter jedoch in jüngerer Zeit mit dem Aufkommen privater Kurier- und Paketdienste. Die
Autohersteller verzeichneten Zuwachsraten bei der Produktion dieser Fahrzeuge, von der sie im PKW-Bereich nur träumen konnten. Um davon profitieren zu können, produzieren heute fast alle bedeutenden Autobauer auch Transporter. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wuchs der Markt für diese Nutzfahrzeugklasse kontinuierlich. Der Grund: In der Kombination von Schnelligkeit und Ladekapazität bieten Transporter unschlagbar individuelle und flexible Logistiklösungen.
Ohne Geschwindigkeitsbegrenzung, ohne LKW-Führerschein
Kleintransporter, Kombis, Vans, Kastenwagen, Pick-ups, Pritschenwagen, Transporter aller Klassen vereinigt der Vorteil, dass sie zumindest in Deutschland keiner Geschwindigkeitsbegrenzung unterworfen sind. Bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen sind sie den PKW verkehrsrechtlich gleichgestellt. Dies bedeutet zugleich, dass jeder einen Transporter fahren darf, der im Besitz einer gültigen PKW-Fahrerlaubnis der Führerscheinklasse 3 (neue Klasse B) ist. Die Schnelligkeit ist vor allem für Kurierdienste ein wichtiges Argument, um Kunden zu gewinnen. Bei der Beförderung von kleinen Warensendungen und Paketen sind Transporter die konkurrenzlos schnellste Logistiklösung. Dass Transporter mit dem normalen PKW-Führerschein gefahren werden dürfen, ermöglicht es diesen Unternehmen, Fahrer einzustellen, die keine teure Führerscheinausbildung absolvieren mussten. Das spart den Unternehmen Arbeitskosten und eröffnet vielen Fahrern die Möglichkeit, sich als Klein- oder Subunternehmer mit einem einzigen Transporter selbständig machen zu können. Besonders flexibel und schnell sind Transporter jedoch noch aus einem weiteren Grund. Ihre Fahrer müssen anders als die Kollegen im LKW keine Ruhezeiten einhalten.
Der Transporter Boom
Die ersten Transporter kamen Ende der 1920er Jahre auf die deutschen Straßen. Sie hatten einen Zweitaktmotor, ein geschlossenes Führerhaus, eine kurze offene Ladefläche - und drei Räder. Damit ähnelten sie eher einem Motorrad mit Pritsche, erfüllten aber im lokalen Gütertransport bereits ihren Zweck. Gebaut wurden sie in Hamburg-Harburg von den Tempo-Werken. Der Tempo T 1 wurde zum Vorläufer der Nutzfahrzeugklasse Transporter. Den Urtyp heutiger Bauweise stellte allerdings VW im Jahre 1948 der Öffentlichkeit vor. Es war der VW-Transporter T2, der als VW-Bulli zum Autoklassiker avancierte und noch heute gebaut wird, inzwischen unter der Typenbezeichnung VW T5. In den Wirtschaftswunderjahren der 1950er Jahre kamen auch andere deutsche Hersteller, wie etwa DKW mit seinem Schnelllaster, auf den schnell wachsenden Markt dieser Nutzfahrzeugklasse. Ihren größten Boom erlebten die Transporter jedoch erst zum Ende des 20. Jahrhunderts. Allein zwischen 1990 und 2000 verdoppelte sich die Zahl der zugelassenen Transporter im Straßenverkehr. Und ein Ende des Booms ist trotz etwas geringerer Zuwachsraten in den letzten Jahren nicht absehbar.
Hersteller, Marken, Gebrauchtpreise
Citroën-Peugeot, Frankreich (Jumpy, Jumper, C-Klasse - Expert, Boxer J-Klasse); Daihatsu, Korea (Hijet u.a.); Fiat-Iveco, Italien (Doblo, Ducato-Reihe u.a. - Daily); Ford, USA (Transit u.a.); Isuzu, Japan (Midi u.a.); Kia, Korea (Pregio, K-Reihe u.a.); Mercedes-Benz, Deutschland (Vito, Sprinter, Vario u.a.); Mitsubishi, Japan (L-Klasse, Canter u.a.); Renault, Frankreich (Trafic, Master); Toyota, Japan (LiteAce, Hiace u.a.); VW, Deutschland (T-Typ, Crafter, LT-Reihe). Die Preise für gebrauchte Transporter liegen zwischen 1500 Euro für über zehnjährige bis über 30.000 Euro für junge Gebrauchttransporter.
Bilder
Im Einsatz:
Mercedes Vario:
Mercedes Vario Kastenwagen weiß