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Sattelzugmaschine

Sattelzugmaschinen ermöglichen perfektes Zeitmanagement in der Logistik

Zeit ist Geld, für kaum einen Wirtschaftsbereich gilt das mehr, als für den Gütertransport. Dank computergesteuerter Logistik werden Container aus China nach ihrer Ankunft im Hafen vollautomatisch auf ihren Weg über die Straße gebracht. Supply Chain Management hat die alte Lagerverwaltung in der Industrie ersetzt. Doch bringen Computersteuerung und fahrende Lagerhaltung wenig Zeitersparnis, wenn dann der LKW stundenlang an der Rampe steht und der Fahrer warten muss, bis alle Güter entladen wurden. In dieser Zeit steht der Lastwagen still. Und ein Lastwagen, der nicht rollt, kostet viel Geld. Deswegen spielen Sattelzugmaschinen im Gütertransport eine wichtige Rolle. Sie bringen den vollgepackten Auflieger an seinen Bestimmungsort, setzen ihn ab und schon rollt die Zugmaschine weiter zum nächsten Einsatz. So ermöglichen Sattelzugmaschinen erst das perfekte Zeitmanagement der computergesteuerten Logistik. Insbesondere für den zunehmenden Container- und Fernverkehr spielen Sattelzugmaschinen heute die entscheidende Rolle. Der Kombinierte Verkehr mit Standard-Transporteinheiten wäre ohne Sattelzugmaschinen schwer denkbar.

Das Konstruktionsprinzip einer Sattelzugmaschine

Von seiner Bauart her ist die Sattelzugmaschine ein zweiachsiger Lastkraftwagen mit kurzem starren Fahrgestell ohne eigenen Aufbau. Hinter dem Führerhaus ist der Rahmen am Ende mit einer runden Platte versehen. Diese Sattelkupplung mit ihrem Schließmechanismus bildet das Gegenstück zur Verbindungsstelle des Aufliegers, die Königszapfen genannt wird. Um Zugmaschine und Auflieger miteinander zum Sattelzug zu verbinden, wird die Sattelzugmaschine unter den Auflieger gefahren, wobei der Bolzen des Aufliegers in die Sattelkupplung einrastet. Da die Verbindung auf der runden Platte voll beweglich ist, kann der Auflieger von der Zugmaschine zielgenau manöviert werden. Dies ist beim Abstellen am Bestimmungsort etwa unter Laderampen von großer Wichtigkeit. Zugleich ermöglicht dieser Mechanismus ein schnelles An- und Abkoppeln. Beides dauert jeweils nur wenige Minuten. Sobald abgekoppelt ist, kann die Sattelzugmaschine schon einen neuen Auflieger aufnehmen. Das bietet deutliche Vorteile beim Zeitmanagement. Der Spediteur hat überdies einen betriebswirtschaftlichen Vorteil, da er eine große Anzahl von Aufliegern mit einer relativ geringen Anzahl von Sattelzugmaschinen einsetzen kann.

Vorteile beim Einsatz einer Sattelzugmaschine

Im Containertransport, aber auch im internationalen Fernverkehr werden heute fast ausschließlich Sattelzugmaschinen eingesetzt. Sie profitieren dabei von einem Vorteil, den Lastkraftwagen nicht besitzen. Während LKW auf ein zulässiges Gesamtgewicht (ZGW) von 40 Tonnen beschränkt sind, ist das ZGW bei Sattelzugmaschinen auf 44 Tonnen erhöht, wenn sie einen Container nach ISO-Standard auf einem Containerchassis aufnehmen. Das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der Containerfracht. Im Fernverkehr profitieren Spediteure davon, dass Sattelzugmaschinen auch die sogenannten Mega- oder Jumbo-Aufbauten als Sattelauflieger aufnehmen können. Diese Aufbauten mit Rädern kleineren Durchmessers bieten eine größere Ladehöhe und sind deswegen für leichtere Güter eine kostengünstige Alternative. In vielen Ländern Europas gelten Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen. Eine Sattelzugmaschine ist davon nicht betroffen, wenn sie ohne Auflieger unterwegs ist. Für den Disponenten ist der Einsatz von Sattelzugmaschinen daher flexibler planbar. In Zeiten steigender Energiekosten profitieren die Spediteure zudem von den relativ guten Verbrauchswerten beim Sattelzug. Da Zugmaschine und Auflieger mit geringem Abstand miteinander verbunden sind, ist der Dieselverbrauch deutlich geringer als bei Gliederzügen.

Hersteller, Modelle und Gebrauchtwagenpreise

DAF, Niederlande (New FT, 460 Space Cab u.a.); Fiat mit den Marken Magirus-Deutz und Iveco, Italien (Iveco Stralis Cube u.a.); Ford mit Volvo-Renault, USA (Volvo FH-Reihen u.a., Renault R-Reihe, Magnum AE-Reihe u.a.); Freightliner, USA (FL-Reihen u.a.); Kenworth, USA (W 900, K- und T-Reihen u.a.); Mack, USA (CH-Reihe u.a.); Mercedes-Benz, Deutschland (Actros, Megaspace u.a.); Peterbilt, USA (EXHD u.a.); VW mit den Marken Scania, MAN-Büssing, Deutschland (Scania R 164 u.a., MAN mit TGX u.a.). Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt variieren zwischen 3000 Euro und 85.000 Euro für neuwertige Sattelzugmaschinen.