Minibagger

Wenn es eng wird, lieber kosteneffiziente Minibagger als teure Manpower

Sie sind auf beengtestem Raum einsetzbar, leicht zu bedienen und können selbst auf kleinen LKW und Anhängern transportiert werden, mit diesen Qualitäten haben sich Minibagger in den letzten Jahrzehnten im Baugewerbe sowie im Garten- und Landschaftsbau einen festen Platz erobert. Große Fahrbagger, deren Ausleger über Seilzüge bewegt wurden, waren auf Baustellen bereits zu Zeiten der Dampfmaschine im Einsatz. In den 1960er Jahren wurden die Steuerung dieser großen Nutzfahrzeuge für den Erdbau durch die Einführung der Hydrauliktechnik revolutioniert. Dennoch blieb ein Problem bestehen: Auch ein Hydraulikbagger brauchte viel Platz zum Manvörieren, und bei einem Gewicht von über zehn Tonnen hinterließ er zwangsläufig Spuren am Einsatzort. Wo immer es eng wurde, mussten Schaufel und Spitzhacke zum Einsatz kommen. Gräben ziehen, ausschachten, Innenmauern einreißen und Schutt wegschaufeln, gerade bei Umbauten und Renovierungsarbeiten musste teure Manpower an die Stelle schneller und effizienter maschineller Arbeitslösungen treten. Das änderte sich erst Anfang der 1970er Jahre mit der Markteinführung des ersten Minibaggers. Seither bestimmen die kleinen Bagger immer stärker den Arbeitsalltag und sind inzwischen wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sogar zu den meistverkauften Baustellenfahrzeugen geworden.

Der erste Minibagger von 1971 war eine japanische Entwicklung

Der japanische Hersteller Takeuchi war Anfang der 1970er Jahre der erste Hersteller von Baumaschinen, dem es gelang, die Technik der großen Hydraulikbagger zu miniaturisieren und die ersten Kurzheckbagger mit 360 Grad Schwenkradius zu bauen. Der Bedarf war weltweit riesig. Während die Firma 1973 monatlich rund 150 Minibagger produzierte, waren es 1990 bereits 700 pro Monat. Viele Hersteller von großen Hydraulikbaggern brachten ihre eigenen Mini-Entwicklungen in den Folgejahren auf den Markt. Mit der Ausdifferenzierung der Produkte wurden Minibagger bald in vielen unterschiedlichen Gewichts- und Leistungsklassen angeboten, um für jeden Arbeitseinsatz das optimale Gerät anbieten zu können.

Die verschiedenen Modelle von Minibaggern

Heute wird eine breite Palette von Minibaggern von 700 Kilogramm bis sieben Tonnen Gesamtgewicht auf dem Nutzfahrzeugmarkt angeboten. Die Abmessungen liegen zwischen 0,7 Meter bis ca. 2,30 Meter Breite bei einer Länge zwischen einem Meter bis knapp drei Metern. Der kleinste Minibagger mit kaum 70 Zentimeter Breite passt durch jede Türöffnung und ist so sogar für den Einsatz im Innenbereich geeignet. Während der Kleinste der Kleinen eine Grabtiefe von 1,70 Meter erreicht, haben die größsten Modelle Reichweiten von bis zu vier Metern. Allen gemeinsam ist das Konstruktionsprinzip aus Unterbau mit Kettenlaufwerk und drehbarem Oberbau mit Knickgelenk-Ausleger, der mit den unterschiedlichsten Anbaugeräten bestückt werden kann. Dazu gehören Räum- oder Tieflöffel, Greifer, Grabenfräsen oder Bohrwerkzeuge wie Hydraulikhammer und Erdbohrer. Die meisten Minibagger verfügen zudem über ein Räumschild am Unterwagen, das den Minibagger während des Arbeitsvorgangs stabilisiert und außerdem für Planierarbeiten eingesetzt werden kann. In der einfachsten Ausführung besteht der Oberwagen mit Sitz und Bedienelementen aus einem offenen Gestellaufbau als Umsturzschutz. Größere Modelle verfügen über eine geschlossene Fahrerkabine mit größerem Sitzkomfort und Schallisolisierung. Die Raupenketten des Minibagggers bestehen aus Gummi, bei größeren Modellen aus Stahlketten. Gelenkt wird der Minibagger mit Fußpedalen oder Handhebeln. Oberwagen, Ausleger und Anbaugeräte werden mit Hilfe von Joysticks manipuliert.

Auch der schwenkende Minibagger bleibt ein Schmalspurfahrzeug

Der Raumvorteil bei den kleinen Kurzheckbaggern ergibt sich allein schon aus ihrer geringen Abmessung, die das Arbeiten in Schächten, zwischen Mauern oder auf anderen beengten Flächen erlaubt. Je nach Modell ist ein Schwenkradius des Oberwagens zwischen 360 Grad und 240 Grad möglich, während der Ausleger um bis zu 90 Grad geschwenkt werden kann, wenn der Oberwagen in Arbeitsrichtung verbleibt. Weiter optimiert wird das Arbeitsverhalten auf engstem Raum, wenn die Minibagger als Zero-Tail-Modelle so konstruiert sind, dass ihr Heck beim Drehen des Oberwagens nicht über die Breite der Fahrspur hinausragt. Für den Betrieb eines Minibaggers wird aufgrund der geringen Fahrgeschwindigkeit kein Führerschein verlangt. In Deutschland schreiben die Berufsgenossenschaften jedoch einen Befähigungsnachweis zum Führen des Geräts sowie eine jährliche technische überprüfung der Minibagger gemäß der Unfallverhütungsvorschriften vor.

Hersteller und Modelle

Bobcat, USA (Bobcat 300er und 400er-Reihe); Hitachi, Japan (ZX-Reihe); JCB, Großbritannien (Micro, 8008 u.a.); Komatsu, Japan (PC-Serie); CNH, Niederlande-Italien (SR-Serie, E 16 B u.a); Takeuchi, Japan (TB-Serie); Volvo, Schweden (EC- und ECR-Reihe).