Die Bauweise von kombinierten Mäh- und Dreschmaschinen
Mähdrescher-Giganten mit Schneidwerken von dreizehn Metern Arbeitsbereich gehören heute in den USA und Ländern mit Großflächenbewirtschaftung zum Standard. In Westeuropa hingegen verfügen Großmähdrescher meistens nur über eine Arbeitsbreite von sechs bis knapp über sieben Meter. Unabhängig von der Breite der Schneidwerke, werden Mähdrescher jedoch nach demselben Konstruktionsprinzip gebaut, das unterschiedliche Arbeitsmaschinen, Anbaugerät, Führerhaus und Motoreinheit zu einem Aufbau kombiniert. Technisch gesehen vereint der Mähdrescher daher in sich mehrere landwirtschaftliche Maschinen, mit denen der Arbeitsprozess auf dem Feld möglichst effizient gestaltet wird. Denn mit einem Mähdrescher wird es möglich, in nur einem Arbeitsgang zu mähen, zu dreschen, zu befördern, zu reinigen, zu häckseln und zu sammeln. Dazu sind Mähdrescher mit Schneidwerken, Dreschtrommeln, bis zu fünf Schüttlern, Förderbändern, Häckselmaschinen, Auffangtanks und Spreuverteilern für die Ausscheidung des Strohs ausgestattet. Dabei können Mähdrescher entweder als Anhänger oder als selbstfahrende Maschine zum Einsatz kommen sein.
Die unterschiedlichen Modelle von Mähdreschern
Gezogene Mähdrescher, deren Mäh- und Drescheinheiten über den Zapfwellenantrieb des Zugfahrzeugs betrieben werden, können ein Gewicht von über zwei Tonnen und Schneidwerke mit einen Arbeitsbereich bis über zwei Metern haben. Selbstfahrende Mähdrescher für kleinere Flächen, die vier- oder seltener auch dreirädrigen so genannten Parzellenmähdrescher, haben Arbeitsbreiten zwischen zwei und über drei Metern bei Motorenleistungen um die 100 kW. In Europa verfügen die großen Mähdrescher meistens über Schneidwerke, die bis über das Maß von 7,50 Metern nicht hinausreichen. Um diese Großmähdrescher mit ihren Zwölfzylindermotoren mit bis über 300 kW für die Straße fahrfähig zu machen, können die Schneidwerke im angebauten Zustand mittels eines Hydrauliksystems eingeklappt oder abgebaut als Schneidwerkswagen an den Mähdrescher angekoppelt werden. Durch diese flexiblen Anbauten lassen sich die Mähdrescher mit unterschiedlichen Schneidwerken ausstatten und so für verschiedene Ernteeinsätze nutzen. Für die Raps- und Getreideernte sind etwa Rotationsschneidwerke üblich, während für die Maisernte Schneidwerke mit dicken Zinken und spezieller Zuführung genutzt werden.
Der Mähdrescher als Hightech-Arbeitsplatz
Moderne Mähdrescher mit Eigenantrieb stellen dem Landwirt heute einen vor Staub und Hitze geschützten klimatisierten Arbeitsplatz zur Verfügung, bei dem elektronische Bordsysteme für ein optimiertes Ernteergebnis sorgen. Vom Bildschirm in der Fahrerkabine ablesbare Echtzeitdaten geben beispielsweise Auskunft über die vom Computer gemessenen Dreschleistungen. Automatisierte Systeme können dann je nach Diagnose die Position des Schneidwerks an die Bodenverhältnisse anpassen. GPS-Navigationssysteme führen den Mähdrescher in exakt parallen Fahrbahnen über das Feld, ohne dass der Fahrer eingreifen muss.
Wichtige Hersteller von Mähdreschern
Agco, USA (Mähdrescher der Marken Massey Ferguson,
Fendt, McCormick u.a.); Case-New Holland, Niederlande/Italien (Mähdrescher M-Serie, TX-Serie, CR-Serie u.a.); Claas, Deutschland (Parzellenmähdrescher, Großmähdrescher Dominator, Lexion, Mega, Tucano u.a.);
Deutz-Fahr, Deutschland (Zug-Mähdrescher M66T, Mähdrescher HTS-Serie u.a.); Fortschritt, Deutschland/DDR (Mähdrescher Hamster, Großmähdrescher Serie STS u.a.);
John Deere, USA (Parzellenmähdrescher 900er-Serie, Großmähdrescher Serien CTS, STS, WTS u.a.).