Iveco

Vom Euro-Experiment zum Weltkonzern Iveco

Im Jahre 1975 gegründet, ist die Industrial Vehicles Corporation (Iveco) der jüngste Nutzfahrzeughersteller Europas. Die Firmengründer allerdings spielten für die Geschichte der Nutzfahrzeugindustrie zuvor jeder für sich eine bedeutende Rolle. Denn Iveco entstand aus der italienischen Fiat und der deutschen Gruppe Klöckner-Humboldt-Deutz mit Magirus sowie der französischen Unic. Im Jahr 1990 kam die spanische Enasa mit der Marke Pegasus dazu. Damit war Iveco lange vor den Fusionen anderer großer Hersteller das erste Unternehmen auf dem Markt, in dem verschiedene Nutzfahrzeughersteller ihre Kompetenzen vereinten, um ihre Wettbewerbsposition in einem großen Konzern stärken zu können. Die alten Markennamen wie die des Ulmer Traditionsherstellers Magirus verschwanden zwar von den LKW. Doch als im Jahr 1976 der erste Iveco-Kleinlaster in Ulm vom Band rollte, wurde der Haubentransporter dennoch erst einmal als „der kleine Magirus“ bekannt. Gleich die erste Eigenentwicklung der neuen Iveco wurde ab dem Jahr 1978 zum Klassiker im Bereich der Kleinlaster: der Iveco Daily, später TurboDaily, der inzwischen in vierter Generation auf dem Markt ist. Iveco hatte es geschafft, fünf unterschiedliche Firmen aus fünf Ländern unter dem Begriff Euro-Familie zu einem einheitlichen Unternehmen für Nutzfahrzeuge aller Klassen zu formen. Und dieser europäische Esprit kam bis in neuere Zeit auch in den Iveco-Lastwagen zum Ausdruck, die Namen wie EuroCargo oder EuroTech erhielten. Nach der konsequenten Euro-Ausrichtung orientierte sich Iveco international. Als einer der ersten Nutzfahrzeughersteller eröffnete Iveco 1991 ein Montagewerk in China. Ein Jahr später erfolgte die Übernahme des größten australischen Nutzfahrzeugproduzenten. Aus dem multi-europäischen LKW-Bauer wurde die Weltfirma Iveco, die vom Feuerwehrwagen bis zum SUV Massif alle Bereiche der Nutzfahrzeugproduktion abdeckt.

Kleinlaster, Mittelklasse LKW und SUV

Der Daily von Iveco gilt als einer der erfolgreichsten Transporter in den Klassen von 3,2 Tonnen bis 6,5 Tonnen. Es gibt den Daily in verschiedenen Ausführungen als Kleinbus, Kastenwagen oder Pritsche mit Ladeflächen zwischen sieben und 17 m3. Anfang der 1990er Jahre kam der erste LKW der Euro-Reihen unter der Bezeichnung EuroCargo in der Klasse der 7 bis 18-Tonner auf den europäischen Markt. In der mittleren und schweren Klasse folgte der EuroTech im Jahr 1992. Der EuroCargo wird heute mit Motoren von 140 PS bis 299 PS, verschieden langen Führerhäusern und unterschiedlichen Aufbauten wie etwa Kippern gebaut und vielfach im Verteilerverkehr sowie für den leichten Volumentransport eingesetzt. Mit dem Iveco Massif hat der Hersteller im Bereich der kleinen Allradfahrzeuge für den Arbeits- und Freizeitbereich auch ein SUV in sein aktuelles Programm aufgenommen.

Modelle der schweren LKW-Klasse

Mit dem EuroTrakker 8x8 präsentierte Iveco auf der IAA in Hannover im Jahr 1996 den ersten allradgetriebenen Vierachser Europas. Für Einsatz auf Baustellen werden die Fahrzeuge in den Gewichtsklassen von 26, 32, 33 und 41 Tonnen heute unter der Bezeichnung Trakker als Allradfahrzeuge oder mit Hinterradantrieb gebaut. Bei den Schwerlastern im Fernverkehr übernahm Iveco nach der Aufgabe des Fernlasters TurboStar mit dem neuen Stralis ab dem Jahr 2002 eine Führungsrolle auf dem Nutzfahrzeugmarkt. Das galt sowohl für die Kabinengröße und den Fahrerkomfort als auch hinsichtlich der Umweltverträglichkeit der Motoren. Vor vielen anderen Herstellern bot Iveco im Stralis mit bis zu 44 Tonnen Gesamtzuggewicht bereits ab dem Jahr 2004 Motoren an, die die Euro 4 und Euro 5 Norm erfüllten. Zwei Jahren danach wurden diese abgasgereinigten Motoren in allen Stralis, EuroCargo und Trakker zur Standardmotorisierung. Die Stralis mit Motorenstärken zwischen 310 PS und 560 PS werden am Iveco-Standort in Ulm gebaut und als Sattelzugmaschinen oder mit Fahrgestell in drei Unterbaureihen entwickelt, in denen sich verschiedene Ausstattungen, Fahrerhauslängen und Motorisierungen kombinieren lassen.

Busse von Irisbus-Iveco

Den Transporter Daily bietet Ivecos Bussparte Irisbus als Klein- und Midibus in Längen von 5,9 Meter bis 7,7 Meter für bis zu 28 Passagiere an. In der Bussparte von Längen bis 18,5 Meter produziert Iveco die Modelle Europolis, Accessbus, Citelis, Cityclass, Cristalis und Civis für den städtischen Einsatzbereich. Reisebusse werden mit den vier Typen Recreo, Crossway, Arway und Evadys sowie Domino gefertigt.

Preise für Gebrauchtwagen von Iveco

Iveco Transporter der Daily-Baureihe werden als alte Modelle ab cirka 3000 Euro auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt. LKW der M-Baureihe aus den 1980er Jahren gibt es ab cirka 2000 Euro, gebrauchte Iveco-Kipper für um die 4000 Euro. EuroTrakker werden zu Preisen um die 10.000 Euro angeboten, die Modelle der EuroCargo-Reihe für cirka 12.000 Euro. Iveco-Pegasus Busse älterer Bauart gibt es um die 3500 Euro. Iveco Stadtbusse und Midibusse Daily kosten gebraucht ab cirka 10.000 Euro. Neuere Midibusse sind auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen ab cirka 30.000 Euro bis cirka 60.000 Euro zu haben. Große Reisebusse werden für um die 100.000 Euro angeboten.