Holztransporter

Holztransporter bringen 20-Meter-Bäume vom Waldweg auf die Autobahn

Im Guinessbuch der Rekorde wäre ihnen ein vorderer Platz sicher, diesen Langholztransportern, die beeindruckende Baumstämme von über 20 Meter Länge scheinbar frei schwebend zwischen Zugmaschine und Nachläufer zu ihrem Bestimmungsort bringen. Der Autofahrer staunt, wenn ihm diese Holztransporter auf der Straße begegnen. Für Logistiker jedoch sind solche Transporte vom Waldweg auf die Autobahn alltägliche Routine. Dank der speziell für den Holztransport konzipierten Nutzfahrzeuge können Rundhölzer mit fast 20 Tonnen Ladegewicht in einer Fuhre auf die Straße gebracht werden. Gebraucht werden Langholz- und Kurzholztransporter vornehmlich in der Forstwirtschaft, aber auch in der Bauindustrie, wo bearbeitete Kurzhölzer noch immer eine große Rolle spielen. Beim Holztransport kommen vielfältige Aufbauformen und Anhängertypen zum Einsatz. Spezialisierte Karrosseriebaufirmen rüsten LKW aller großen Hersteller entsprechend aus. Durch zusätzlich aufgebaute Ladekräne und Greifer können Holztransporter außer zum Transport auch zum Be- und Entladen der Stämme eingesetzt werden, ohne das zusätzliche Maschinen vor Ort sein müssen.

Holztransporter für kurze Rundhölzer

Das hohe spezifische Gewicht von Holz macht jede Holzfuhre zu einem Schwertransport. Die größten Holztransporter können Rundhölzer bis zu einem Gesamtgewicht von fast 20 Tonnen aufnehmen. Ohne Sondergenehmigung müssen sich die Holztransporter allerdings an das in Deutschland geltende maximal zulässige Gesamtgewicht von 40 Tonnen halten. Die Holztransporter werden in zwei große Klassen eingeteilt, die entsprechend der Länge ihres Transportgutes als Kurzholz- und Langholztransporter definiert werden. Die normale Länge eines Kurzholztransporters in Pritschenbauweise beträgt cirka sieben Meter. Daran können Anhänger mit noch einmal sieben Meter Länge angekoppelt werden, sodass eine Gesamtladefläche von cirka 14 Metern entsteht. Für LKW stehen außerdem speziell für den Holztransport konzipierte Wechselbrücken mit knapp über sieben Meter Ladefläche zur Verfügung. Lastkraftwagen werden zudem mit speziell konstruierten Kurzholzaufbauten mit Rungen und Kran angeboten.

Langholztransporter

Um unbearbeitete Baumstäume in voller Länge transportieren zu können, werden Langholztransporter eingesetzt, die entweder aus einem Sattelauflieger mit Rungenaufbau oder aus einer Kombination von Zugmaschine und Nachläufer bestehen. Die Stämme dürfen mit Überstand maximal 22 Meter lang sein. Sie liegen beim Transport mit Nachläufer nur vorne auf der Zugmaschine und hinten auf dem Nachläufer auf und bilden so die Verbindung zwischen den beiden Fahrzeugteilen. Die Nachläufer selbst haben meist keine feste Verbindung zur Zugmaschine. Statt dessen sind sie über Steuerseile mit dem LKW verbunden. Um auf dem unwegsamen Gelände im Wald besser manövrieren zu können, sind viele Nachläufer mit einer wirkungsvollen hydraulischen Selbstlenkung ausgestattet, die über das Steuerseil mit der Zugmaschine reagiert.

Aufbauten auf Holztransportern

Viele Holztransporter sind mit Kran-Aufbauten und Greifern ausgestattet, damit der Ladevorgang ohne die Zuhilfenahme externer Maschinen schnell erfolgen kann. Die Kräne befinden sich direkt hinter dem Führerhaus der Zugmaschine, wo sie platzsparend auch über dem Dach gefaltet werden können. Bei Pritschen und Aufliegern können die Kranaufbauten auch auf dem rückwärtigen Teil hinter der Ladung montiert sein. Um die Rundhölzer während der Fahrt zu sichern, sind die Ladeflächen von Holztransportern mit so genannten Rungen ausgestattet. Diese senkrecht im Rahmen verankerten Metallverstrebungen verhindern das seitliche Verrutschen der Hölzer. Gurte, die von oben um die Stämme geschlungen werden, unterstützten diesen Effekt. Diese Sicherungsmaßnahmen sorgen für den gefahrlosen Transport auf der Straße.

Hersteller, Marken, Preise

DAF, Niederlande (Kurzholzzug AE 95, XF 95 u.a.); Doll, Deutschland (Nachläufer M 114, Kurzholzanhänger mit Rungenaufbau A 105, Sattelauflieger Logo u.a.); Mercedes-Benz, Deutschland (Langholztransporter MB 809, NG 2644, Actros 2658 MP2, Kurzholzzug MB 2544, Actros 2640 u.a.); Volvo-Renault, Schweden-Frankreich (Volvo FH 16, FM 12 u.a., Renault Kurzholzzug Kerax 400); VW-MAN-Scania ( Kurzholz-Pritsche MAN 25.224, Langholztransporter 27.463; Scania Kurzholzzug R-Reihe, Langholzzug 4er-Reihe, 144 G 460, 124 C 420, 143 H u.a.). Auflieger mit Rungenaufbau gibt es gebraucht ab 2200 Euro, ein Kurzholztransporter mit hoher Laufleistung ist für knapp 20.000 Euro zu haben. Bei geringerer Laufleistung beginnen die Preise ab 25.000 Euro. Neuwertige Nachläufer werden ab ca. 20.000 Euro angeboten, Langholztransporter ab ca. 30.000 Euro. Ein neuer Langholzzug kann an die 250.000 Euro kosten.