Gabelstapler

Gabelstapler für effizientes Warenmanagement in Lager, Hafen und Betrieb

Das moderne Lagermanagement in Logistikzentren, Containerumschlagplätzen oder in den riesigen Hochregallagern wäre ohne die entsprechenden Nutzfahrzeuge zum schnellen Verladen der Waren undenkbar. Diese Aufgabe übernehmen Gabelstapler. Sie sind im Innen- und Außenbereich im Einsatz, um vom Container über die tonnenschwere Papierrolle bis hin zur einzelnen Palette Güter und Warenbehälter der unterschiedlichsten Größen auf kleinstem Raum zu bewegen. Um die Ladeprozesse effizienter zu gestalten, werden viele Güter heute auf standardisierten Europaletten verpackt und platzsparend hochgelagert. Frontstapler sind für die Aufnahme dieser Paletten optimiert und können mit ihren lang ausfahrenden Teleskoparmen als Hochregalstapler Höhen bis zu sechs Meter und darüber hinaus erreichen. Während Containerstapler oder schwere Geländestapler mit kräftigen Dieselmotoren ausgerüstet nur für den Außeneinsatz infrage kommen, können Modelle mit umweltfreundlichen Elektromotoren abgasfrei auch in allen Betriebs- und Lagerhallen zum Einsatz kommen.

Konstruktionsgeschichte der Gabelstapler

Gabelstapler gehören zur Nutzfahrzeugkategorie der Flurförderfahrzeuge. Die ersten Gabelstapler konstruierten um 1920 die US-Firmen Clark und Yale, die noch heute zu den Marktführern in den USA gehören. Äußerlich ähnelten die ersten Modelle den heutigen Gabelstapeln schon erstaunlich. Und auch die Technik der batteriebetriebenen Hubwagen unterschied sich nicht grundlegend von den späteren Nachfolgern. So gab es bereits den Hubmast mit Kettensystem und die charakteristische Doppelgabel als Trägerelement, die den Fahrzeugen im Deutschen ihren Namen gab. Während Gabelstapler in den USA schon seit den 1920er Jahren für den Transport von Kisten, Fässern und anderen Warenbehältern innerhalb der Unternehmen eingesetzt wurden, setzte sich das Flurförderfahrzeug mit seiner hydraulischen Kraftübertragung zum Lastenheben in Europa erst nach dem zweiten Weltkrieg richtig durch. Das gilt auch für Deutschland, obwohl der US-Hersteller Yale dort bereits 1927 das Solinger Unternehmen Boge und Kasten erworben hatte, dessen BKS Gabelstapler noch bis zum Ende der 1970er Jahre produziert wurden.

Gabelstapler mit kleinem Wendekreis, hoher Reichweite und großer Tragkraft

Der wesentliche Arbeitsvorteil des Gabelstaplers ist seine Manövrierfähigkeit auf kleinstem Raum. Erreicht wird der minimale Wendekreis schon beim einfachen Frontstapler durch die Hecklenkung. Ein Wenden fast auf der Stelle wird bei Vier- oder Mehrwegestaplern durch seitlich schwenkbare Räder ermöglicht. Schubmaststapler besitzen einen ausfahrbaren Hubmast, der sich weit vor dem Fahrzeug bis auf Boden absenken lässt, um  etwa Paletten aufzunehmen. Die normalen Hublasten schwanken zwischen einer und acht Tonnen. Die größten und schwersten Gabelstaplermodelle sind Geländestapler und Reach-Stacker zur Verladung von Containern. Die Reach-Stacker haben ein Eigengewicht von bis zu 100 Tonnen und vermögen Lasten bis zu 50 Tonnen Gewicht zu heben. Ihr Teleskoparm ermöglicht es, Container über Gleise auf gegenüberstehende Züge zu heben oder Container bis zu drei Reihen tief hintereinander zu stapeln. Hochregalstapler und Teleskoparmstapler erreichen Höhen über sechs Meter. Die kleinsten Gabelstapler zum Aufnehmen einzelner Paletten können aufgrund ihrer kompakten Bauweise auch direkt an einem Aufsatz des Aufliegers hinten am LKW transportiert werden, sodass der Fahrer die mitgeführten Güter und Paletten selbst an ihrem Bestimmungsort entladen oder aufnehmen kann.

Motorisierung und Fahrerlaubnis

Schadstofffreie Gabelstapler im Innenbereich sind mit Elektromotoren, die ihre Energie aus Akkumulatoren erhalten, oder mit Verbrennungsmotoren ausgestattet, die mit Gas betrieben werden. Große Gabelstapler mit höherer Hubkraft im Außenbereich fahren mit Dieselmotoren. Um einen Gabelstapler führen zu dürfen, wird ein Gabelstaplerführerschein verlangt, die Fahrerlaubnis zum Führen von Flurförderfahrzeugen. Das Mindestalter dafür beträgt 18 Jahre. Ausnahmen sind bei Auszubildenden gestattet, wenn diese unter Aufsicht einen Gabelstapler im Betrieb fahren.

Hersteller, Marken, Gebrauchtpreise

Caterpillar, USA (Frontstapler Triplex u.a.); Clark mit Marke BKS, USA (Frontstapler BKS 1, Clark EM 15 S u.a.); Jungheinrich, Deutschland (Gabelstapel, Hubwagen, Geländestapler V 25 u.a.); Kion mit Marken Linde, Still u.a., Deutschland (Still R-Reihe, DFZ15, EFTG 1 u.a., Linde Frontstapler H- und E-Reihe u.a. ); Komatsu, Japan (Frontstapler FB 15M u.a.); Manitou, Frankreich (Teleskoplader, Geländestapler MB- und MC-Reihe, MCE- und MSI-Reihe u.a.); Mitsubishi, Japan (Frontstapler JEL AU 04 u.a); Nissan, Japan (Frontstapler S-Reihe u.a.); Noell Straddle, Deutschland-Italien (Containerstapler Carrier, RTF, LMV u.a.); Toyota, Japan (Frontstapler 3FB10 u.a.); Yale, USA (ERP 030, Frontstapler GLP 16 AF u.a.). Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt reichen von 1000 Euro für den älteren Frontstapler bis zu 340.000 Euro für einen generalüberholten Containerstapler in gutem Zustand.