Feuerwehrautos: Faszinierend als hochspezialisierte Nutzfahrzeuge und als Oldtimer

Feuerwehrwagen nur allgemein als Nutzfahrzeuge zur Brandbekämpfung zu bezeichnen, auf diese Idee kämen weder Feuerwehrleute noch Oldtimerfans noch Kinder. Für die ersten sind sie ihr täglicher Arbeitsplatz. Für die zweiten ein begehrtes Sammlerobjekt. Und für die Kinder sind sie immer ein Grund zum Staunen. Abgesehen von ihrem praktischen Nutzen bei den oft spektakulären und gefährlichen Einsätzen, lösen Feuerwehrautos Emotionen aus, die man im Nutzfahrzeugbereich nicht vermuten würde. Wer jemals eine Versammlung seiner freiwilligen Ortsfeuerwehr miterlebt hat, der weiß, dass nicht nur die Jüngsten der Faszination erliegen können.
Die Klassifizierung erfolgt nach DIN
Dass Profis, Freiwillige und Sammler beim Thema Feuerwehrauto schnell ins Fachsimpeln geraten, hat seinen guten Grund. Was so einfach unter dem Begriff Feuerwehrauto läuft, ist ein hochkompliziertes Spezialgebiet im breiten Nutzfahrzeugspektrum. Und weil es bei Feuerwehrfahrzeugen nicht um die Einteilung nach Motorstärke gehen darf, hat sich das Deutsche Institut für Normung (DIN) der Sache angenommen. Die eingeführten zwölf Klassifizierungen von LF (Löschfahrzeug) über TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) bis ELW (Einsatzleitwagen) haben als Grundlage die jeweilige Einsatzbestimmung der Fahrzeuge. Das ist keine Spielerei mit Buchstaben, sondern es dient im Ernstfall der reibungslosen Kommunikation zwischen den Feuerwehren und hilft somit, Leben zu retten. Was jedem Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr geläufig ist, erschließt sich bei systematischer Betrachtung schnell auch denen, die sich noch nicht so gut auskennen und einen Überblick über das brauchen, was Feuerwehrautos ausmacht. Die wesentlichen Fahrzeugkategorien sind zu unterscheiden in
- Löschfahrzeuge (LF, HLF)
- Tanklöschfahrzeuge (TLF)
- Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF)
- Trockenlöschfahrzeuge (TroLF)
- Kleinlöschfahrzeuge (KLF)
- Drehleiter- oder Hubrettungsfahrzeuge (DL, DLK)
- Rüst- und Gerätefahrzeuge (RW, GW)
- Sonderlöschfahrzeuge (SLF) und Sonderfahrzeuge.
Löschfahrzeuge (LF) sind Feuerwehrwagen, die Mannschaft, Wasser, Schläuche, Pumpen, Steckrohre, Beile und anderes feuerwehrtechnisches Gerät an den Einsatzort befördern und meistens auch einen Wassertank an Bord haben. Unterstützt werden sie vom Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF), das weiteres technisches Hilfsmaterial mit sich führt. Die LF und HLF bilden das Rückgrat jedes Feuerwehreinsatzes. Das Tanklöschfahrzeug (TLF) ist seinem Namen gemäß bei der Brandbekämpfung im Einsatz, um als fahrender Wassertank dort Löschwasser zur Verfügung zu stellen, wo kein Hydrant in erreichbarer Nähe ist. Dies etwa bei Waldbränden entscheidend.
Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) sind kleinere Modelle von Löschfahrzeugen mit derselben Ausstattung in geringerem Umfang. Sie kommen vor allem bei den Freiwilligen Feuerwehren zum Einsatz.
Trockenlöschfahrzeuge (TroLF) dienen der Brandbekämpfung mit Pulver oder Löschschaum, wenn kein Wasser zum Einsatz kommen darf. Das ist etwa bei Verkehrsunfällen mit brennenden Fahrzeugen oder im Einsatz der Betriebsfeuerwehren im Chemiesektor wichtig.
Kleinlöschfahrzeuge (KLF) sind wegen ihrer Mobilät oft als erste am Einsatzort und verfügen im geringeren Umfang über die technische Ausrüstung der LF.
Hubrettungsfahrzeuge (DL, DLK) sind unter dem Namen Drehleiterwagen bekannter. Es handelt sich um größere Fahrzeugtypen, die einen Aufbau mit Drehteller und ausfahrbarer Leiter haben, mit denen aus der Höhe operiert werden kann. Das K im Namen steht für Ausführungen mit einem Rettungskorb, über den eine Person aus Häusern oder auch die Katze auf dem Baum geborgen werden kann. Sie erreichen Höhen bis ca. 30 Meter.
Rüst- und Gerätefahrzeuge (RW, GW) sind die Lastesel in der Feuerwehrflotte, auch wenn es nicht brennt. Ihnen begegnet man alltäglich auf der Straße, wenn ein Verkehrsunfall passiert ist und beispielsweise auslaufendes Öl abgestreut werden muss. Diese Modelle besitzen meistens einen Allradantrieb, einen Stromgenerator und weiteres technisches Gerät. In seiner Form als Rüstlöschfahrzeug vereinigt dieser Typ zwei Funktionen im Allroundeinsatz.
Sonderlöschfahrzeuge (SLF) gibt es in den unterschiedlichsten Aufbauten und Ausstattungen. Sie werden etwa speziell an den Einsatz von Werksfeuerwehren angepasst. Oder sie sind zur Wasserrettung mit Booten ausgestattet. Darüber hinaus gibt es Sonderfahrzeuge als Mannschaftswagen ohne technisches Equipment, die Feuerwehrleute zum Einsatz transportieren. Einsatzleitfahrzeuge (ELF) sind mobile, mit allen Kommunikationstechniken ausgestattete Leitzentralen, von denen aus der Einsatzleiter seine Leute und Fahrzeuge koordiniert.
Hersteller, Modellauswahl und Preise
Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen ohne Aufbau sind die meisten großen Lkw-Fabrikanten wie Mercedes Benz, Ford-Volvo, DAF, Iveco, MAN, Magirus-Deutz etc. Spezialfirmen wie Metz, Rosenbauer oder Ziegler erstellen als Spezialbauer die jeweiligen Aufbauten. Die Preise für gebrauchte Feuerwehrwagen liegen zwischen unter 4000 Euro für kleinere Modelle älterer Baujahre und weit über 100.000 Euro für große Drehleiterwagen jüngeren Datums. Lieberhaberpreise erzielen Oldtimer-Modelle wie der Rundhaubenwagen Magirus Deutz Jupiter 125 aus den 1950er Jahren, der zu Preisen über 12.000 Euro gehandelt wird.
Modellbeispiele: Mercedes-Benz 2644 GTLF Rosenbauer, Iveco FM 130 D 7 FA Rüstwagen, MAN 450 HLF Drehleiterwagen, Ford Tranist Typ 81 E 4 SA-TSF.