Deutz

Von Deutz-Magirus zum Landmaschinenspezialisten Deutz-Fahr

Der Nutzfahrzeughersteller Deutz zählt zu den traditionsreichsten Unternehmen der deutschen Fahrzeugindustrie. Im Jahr 1864 als Produzent von Motoren gegründet, prägte die Firma als Lokomotiven-, Motoren- und Nutzfahrzeughersteller unter den Namen Humboldt-Deutz, Magirus-Deutz, KDH für Klöckner-Humboldt-Deutz und Deutz-Fahr die Verkehrsgeschichte. Ab 1936 war die unter dem Logo des Ulmer Münster zur Magirus-Deutz fusionierte Firma zeitweise der zweitgrößte Nutzfahrzeughersteller Deutschlands. Vielerorts noch im Einsatz sind die Feuerwehrfahrzeuge des Herstellers, der in diesem Fahrzeugsektor Maßstäbe setzte. Seine Rundhauben-LKW aus dem 1950er Jahren sind wertvolle Sammlerobjekte, während die Magirus-Deutz LKW aus den 1970er Jahren noch heute auf den Straßen zu sehen sind. Die Lastwagensparte wurde 1976 an Iveco angegliedert, und der alte Name verschwand. Einzig im Bereich für Landmaschinen blieb die Bezeichnung erhalten. Unter der Marke Deutz-Fahr wird die lange Tradition der Firma in der Agrartechnik mit dem Bau von Traktoren, Ladewagen und Mähdreschern fortgeführt. Deutz-Fahr gehört seit 1995 zur italienischen Same-Gruppe, die auch Hauptaktionär der Deutz AG ist, die sich unter dem alten Namen wie zu den Anfangszeiten der Firma wieder auf die Herstellung von Motoren spezialisiert hat.

Über die Feuerwehrtechnik zum Allround-Nutzfahrzeughersteller

Als das erste motorengetriebene Feuerwehrauto der Welt im Jahr 1902 von der Firma Grether ausgeliefert wurde, waren es die Kölner Deutz-Werke, die den 18 PS Motor dafür konstruierten. Zwei Jahre später brachte die Ulmer Magirus die erste Motor-Drehleiter für Feuerwehraufbauten auf den Markt. Im Jahr 1936 schlossen sich die beiden Spezialisten für Feuerwehrtechnik zu Magirus-Deutz zusammen. Die beiden Firmen ergänzten sich ideal und fertigten zu einem Unternehmen vereinigt außer Feuerwehrfahrzeugen Busse und LKW aller Gewichtsklassen. Bei Oldtimerfans sind insbesondere die ab 1951 vorgestellten Rundhauben-LKW heute wertvolle Sammlerobjekte. Bis 1967 wurden die Rundhauben der S-Klasse noch gebaut, waren jedoch inzwischen weitgehend durch Frontlenker ersetzt worden. Neben den Frontlenkern setzte Magirus-Deutz länger als die Konkurrenz noch auf Haubenfahrzeuge. In der D-Reihe wurden schwere Baustellen- und Feuerwehrfahrzeuge auch mit Allradantrieb gebaut. „Die Bullen“, wie sie genannt wurden, waren Deutschlands größte Schwerlaster, die mit V12 Motoren bis 250 PS angeboten wurden. Bis zum Jahr 2003 produzierte Iveco die D-Reihe noch für den ausländischen Nutzfahrzeugmarkt weiter.

Kontinuität bis zur Fusion

Bis zur Eingliederung in die neue Iveco im Jahr 1976 produzierte Magirus-Deutz ab 1963 nahezu unverändert seine Frontlenker der D-Reihe, die mit allen Aufbauten und in jeder Gewichtsklasse gebaut und Anfang der 1970er Jahre im „Club der Vier“ mit MAN, Volvo und Saviem weiterentwickelt wurden. Hergestellt wurden zudem Kommunal- und Sonderfahrzeuge vom Betonmischer bis zur Kehrmaschine. Unter dem Dach von Iveco kamen dann ab 1977 die Reihen T, M und P sowie die leichte X-Reihe unter dem Logo Magirus-Deutz auf den Markt, bis der Name dann in den 1980er Jahren von den Fahrzeugen verschwand.

Die Landmaschinen von Deutz-Fahr

Neben den schweren Baustellenfahrzeugen und den Feuerwehrwagen war die Agrartechnik das wichtigste Standbein der Deutz Nutzfahrzeugproduktion. Bereits im Jahr 1927 stellte Deutz den ersten Dieseltraktor MTH vor, der zu den ersten in Serie gefertigten seiner Art gehörte. Die Deutz Traktoren der F-Serie aus den 1940 und 50er Jahren sind heute bewunderte Schaustücke auf Oldtimermessen. Im Jahr 1975 übernahm Deutz die Traditionsfirma Fahr und verband die Namen zur neuen Bezeichnung Deutz-Fahr, unter der die Traktoren heute von der italienischen Same-Gruppe hergestellt werden. Deutz-Fahr produzierte mit dem Agro-Xtra ab 1990 den ersten Freisichttraktor und führte im Agrotron TTV eines der ersten stufenlosen Getriebe ein. Kleinere Modelle kamen ab dem Jahr 2000 mit dem Agrokid und dem Agrofarm auf den Markt. Das Spitzenmodell von Deutz-Fahr ist der Agroplus TTV. Im Landmaschinenbereich werden unter dem Markennamen Deutz-Fahr zudem Ladewagen der K-Reihe, Mähdrescher, Erntemaschinen und andere Geräte hergestellt.

Preise für Deutz und Deutz-Fahr Nutzfahrzeuge

Magirus-Deutz Kipper der D-Reihe sowie Haubenlaster aus den 1970er Jahren werden für unter 4000 Euro auf dem Gebrauchtmarkt angeboten. Feuerwehr-Oldtimer gibt es ab 5000 Euro, neuere Feuerwehrfahrzeuge ab cirka 12.000 Euro. Allrad-Baustellenfahrzeuge sind für cirka 8000 Euro erhältlich. Gebrauchte Landgeräte von Deutz-Fahr kosten gebraucht ab cirka 1200 Euro, Mäher und Erntemaschinen ab 3000 Euro. Traktoren sind auf dem Gebrauchtmarkt zu Preisen zwischen 3000 Euro und  20.000 Euro zu haben. Gebrauchte Mähdrescher kosten um die 60.000 Euro, ein neuwertiger Agroton cirka 77.000 Euro.