DAF

Vom Spätentwickler zum Trendgeber im Nutzfahrzeugbau

Die Van Doorne’s Automobiel Fabriek (DAF) mit Stammsitz im niederländischen Eindhoven hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1928 vom Anhängerhersteller zu einem der am schnellsten wachsenden LKW-Produzenten Europas entwickelt. Produziert werden im heute DAF Trucks genannten Unternehmen leichte, mittelschwere und schwere Lastkraftwagen sowie Motoren für LKW und Busse. So untypisch die nach 1949 relativ spät einsetzende Entwicklung vom Karosseriebauer zum Konstrukteur eigener Motoren, PKW und LKW für die Automobilindustrie ist, so typisch für die Branche sind die Veränderungen in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Kooperationen, Übernahmen, Konkurs und Neuanfang mit Konzentration auf die Kernbereiche. Dass der niederländische Hersteller diese Umbrüche im Zuge der Marktbereinigung im Automobilsektor als Marke überleben konnte, hat er dem historisch guten Ruf des Namens DAF in der Logistik zu verdanken. Bei Spediteuren und Truckern ist DAF als Marke bekannt, die bei technischen Neuentwicklungen wie sparsamen Motoren oftmals den Trend für andere LKW-Produzenten vorgab und die bei der Konzeption zeitgemäßer Führerhäuser auch den Komfort am Arbeitsplatz für den Fahrer nicht vergaß. Belohnt wurde DAF dafür mit steigenden Marktanteilen und regelmäßigen Prämierungen seiner Fahrzeuge als Truck of the Year.

Die wechselvolle Geschichte der DAF

Die Geschichte des zunächst unter dem Firmennamen Van Doornes Aanhangwagenfabrieken bekannten Unternehmens kann in sechs große Etappen eingeteilt werden.

  • 1928 bis 1934: DAF stellt ausschließlich Anhänger für LKW her.
  • 1935 bis 1957: Produktion von LKW, Bussen und Anhängern. Umbenennung zur Van Doorne’s Automobiel Fabriek im Jahr 1948
  • 1958 - 1975: Aufnahme der PKW-Produktion. Die Sparte wird 1975 an Volvo verkauft.
  • 1975- 1996: Aufgabe der Anhängerproduktion. DAF baut Motoren und LKW aller Klassen und kooperiert bei der Entwicklung von Motoren mit Magirus-Deutz, Volvo und Saviem. Übernahme der britischen Leyland LKW-Produktion im Jahr 1987.
  • 1993: Konkurs und Neugründung als DAF Trucks.
  • 1996: Übernahme von DAF Trucks durch den amerikanischen LKW-Hersteller Paccar.



Während die Produktion kleiner PKW trotz Eigenentwicklungen wie dem legendären Variomatic-Getriebe nach dem Verkauf der Sparte an Volvo auf dem Automobilmarkt keinen Bestand hatte, konnte DAF sich im Nutzfahrzeugsektor dank immer neuer Innovationen bei der Konstruktion von LKW und Motoren trotz Krisen, Konkurs und Übernahme bis heute als Marke behaupten.

DAF-Innovationen im Nutzfahrzeugsektor

Im Jahr 1936 kam die Firma DAF als einer der ersten europäischen LKW-Hersteller mit Sattelaufliegern und Sattelzugmaschinen auf den Markt, die schon damals für den Transport von Containern konzipiert waren und von dem später einsetzenden Containerboom profitierten. Im Jahr 1957 folgte ein Sattelauflieger mit einer Hinterachsenbelastung von 10 Tonnen, was zu dieser Zeit konkurrenzlos war. Mit seiner Baureihe 2600 revolutionierte DAF im Jahr 1962 den Fernverkehr, indem erstmals ein komfortables Führerhaus mit Schlafplatz vorgestellt wurde. Ab 1970 präsentierten die Niederländer mit als erste kippbare Fahrerhäuser, die eine Wartung des Motorblocks bei Frontlenkern erheblich erleichterte. Mitte der 1980er gehörten LKW von DAF mit ihren neuentwickelten Space Cabs zu den ersten Fernlastwagen mit erhöhtem Dach, das mehr Raum und Komfort für den Fahrer bot. Die Space Cab Führerhäuser der XF 105-Reihe gelten heute als die größten Fahrerkabinen, die im Fernverkehr zum Einsatz kommen.

Um 1985 begann DAF mit neuen ATi-Motoren Antriebe zu entwickeln, bei denen Umweltgesichtspunkte wie niedriger Verbrauch und saubere Abgase eine immer wichtigere Rolle zu spielen begannen. Heute kommen in den leichten LKW der LF-Baureihe, bei den mittelschweren CF sowie in den Schwerlastern der Baureihe XF Motoren von DAF und vom Mutterkonzern Paccar zum Einsatz. Die Motoren des DAF XF 105 leisten über 500 PS und erfüllen die Euro-Abgasennormen vier oder fünf. Produziert werden die LKW von DAF im Stammwerk Eindhoven sowie im belgischen Westerlo. Im harten Wettbewerb der Nutzfahrzeughersteller sieht sich DAF unter dem Dach des amerikanischen Konzerns Paccar auch für die Zukunft gut aufgestellt. Paccar zählt mit den Marken DAF in Europa, Kenworth und Peterbilt in den USA zu den drei größten LKW-Herstellern der Welt.

Preise und Modelle

Leichtlastwagen der AE-Reihe aus den 1990er Jahren sind bereits zu Preisen unter 2000 Euro auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu haben. Fahrzeuge der LF-Baureihe mit höherer Laufleistung werden für um die 5000 Euro angeboten. Die mittelschweren DAF aus der Reihe CF gibt es von cirka 6500 Euro bis knapp über 30.000 Euro für junge CF-Laster. Die DAF XF werden gebraucht zu Preisen ab 30.000 Euro angeboten.

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