Busse

Busse sichern die Zukunft der mobilen Gesellschaft

MAN-Bus im Einsatz
Im Nutzfahrzeugsektor ist es die absolute Ausnahme, wenn Fahrzeuge es zum Kultgefährt bringen oder zu einem Symbol werden. Im Bereich der Busse finden sich Kult- und Symbolfahrzeuge zusammen. Als Kleinbus ist der VW-Bus seit den 1950er Jahren zum Fahrzeug geworden, das als Urtyp des Minivan oder Kleinbusses gilt. Am anderen Ende der Größenskala rangiert der Doppeldeckerbus, der mit seiner typischen roten Lackierung heute überall als nationales Symbol Großbritanniens angesehen wird. Offiziell wird jedes Fahrzeug als Kraftomnibus bezeichnet, das mehr als acht Passagieren Platz bietet. Lange vor der Entwicklung des Individualverkehrs sicherte der Bus die Mobilität der Menschen in Städten und auf dem Land. Die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung wird den Bus in Deutschland als Verkehrsmittel wichtiger denn je machen. In einer alternden Gesellschaft, die zudem auf knapper werdende Energieressourcen reagieren muss, bieten Busse die ideale Transportlösung für den Personenverkehr im Nah- und Fernbereich.

Bus macht mobil

Der Begriff Bus kommt vom lateinischen Wort „omnibus“, was „für alle“ bedeutet und in der Tat sehr treffend beschreibt, worin das historische Verdienst dieses Verkehrsmittels besteht. Mit dem Bus begann die Zeit der Massenmobilität und Busreisen. Vorläufer waren die von Pferden gezogenen Kutschen, die bereits im Mittelalter bis zu zehn Passagiere über größere Distanzen beförderten. Carl Benz gebührt die Ehre, den weltweit ersten Bus nach heutigen Verständnis entwickelt zu haben. Äußerlich der Kutsche noch sehr ähnlich, verband der Urtyp mit einem 5 PS Ottomotor die Städte Siegen und Netphen im ersten regelmäßigen Linienverkehr der Verkehrsgeschichte. Mehr als vier bis sechs Personen fanden darin nicht Platz, aber der Anfang des öffentlichen Nah- und Überlandverkehrs war gemacht. Bereits ein paar Jahrzehnte später hatte der Bus seine heutige Form gefunden. Die Karosserien wurden mit der zunehmenden Stärke der Motoren größer und erlaubten es sogar, die berühmten Doppeldeckerbusse in Berlin oder London auf die Straße zu bringen. Der Autobus begann, die Straßenbahnen zu verdrängen. An der Bauweise mit Heckmotor und Hinterantrieb hat sich bis zur heutigen Zeit wenig verändert. Nur dass heute moderne Gas- oder Hybridantriebe oder auch Brennstoffzellen den Bus auf seinen Einsatz in der Zukunft besser vorbereiten, als dies bei Fahrzeugen im Individualverkehr zu beobachten ist. Entsprechend ihres Einsatzweckes und ihres Aufbaus werden Busse in mehrere Kategorien eingeteilt.

  • Doppeldeckerbusse: Busse mit selbsttragender Karosserie auf zwei Etagen, die über eine oder zwei Innentreppen miteinander verbunden sind. Sie wurden erstmals in London, Berlin und Wien eingesetzt, um im begrenzten Raum der Großstädte mehr Kapazitäten auf derselben Grundfläche zu schaffen. In den Anfängen waren die oberen Plattformen offen, später wurden die Karosserien geschlossen. Wegen ihres großen Platzangebots, das den Einbau von Küchenzeilen und Sanitärkabinen zulässt, kommen Doppeldeckerbusse mit bis zu 70 Sitzplätzen auch bei Touristikunternehmen im Fernverkehr zum Einsatz. In den ehemaligen englischen Kolonien wie Hongkong oder Mumbai verkehren auch heute noch überwiegend Doppeldeckerbusse im städtischen Linienverkehr.
  • Gelenkbusse: Sind gewissermaßen Doppeldeckerbusse auf einer Ebene angeordnet. Der angehängte Fahrgastteil ist über ein Gelenk mit dem Zugfahrzeug verbunden. Über dem Gelenk befindet sich der charakteristische Faltenbalg. Vorteil dieser Bauart ist die Manövrierfähigkeit, die den Bus auch für enge und kurvenreiche Straßen geeignet macht. Gelenkbusse werden oft auch als Zubringer an Flughäfen eingesetzt, wo die Anzahl der Sitzplätze zugunsten der Stehfläche reduziert ist. Den größten Gelenkbus in einer Ebene baute Mercedes-Benz mit dem Prototyp Capa-City 2005, der bei einer Länge von fast 20 Metern nahezu 200 Personen Platz bietet und heute in Stuttgart im Linienverkehr eingesetzt ist. Der Hersteller Neoplan vereinigte in seinem nur in wenigen Exemplaren gebauten Jumbocruiser Doppeldecker- und Gelenkbus. Er gilt bis heute als größter Bus der Welt.
  • Reisebusse: Sind in ihrer Innenausstattung für den Einsatz über lange Strecken optimiert. Die Sitzabstände sind weiter, die Sitzpolsterung komfortabler, und mit Versorgungseinheiten wie Küche und Sanitäranlagen gewährleisten sie während der Reise die Unabhängigkeit von externen Einrichtungen.
  • Stadtbusse: Standardbusse, die oftmals in Niederflurbauweise konstruiert sind, um einen leichteren Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Zum Einsatz im Linienverkehr in den Städten und im Umland kommen auch Midibusse mit ca. 10 Meter Länge und geringerem Sitzplatzangebot.
    Kleinbus von Mercedes Benz aus den 20er Jahren
  • Kleinbus: Zu ihnen gehört der Klassiker und Prototyp aller Kleinbusse und Minivans, der VW-Bus, der in Deutschland seit den 1950er Jahren gebaut wird und mit normalem Pkw-Führerschein gefahren werden darf. In diese Kategorie gehören ebenfalls die für bis zu acht Passagiere konzipierten Kleinbusse wie etwa der Mercedes-Benz Sprinter, der im kommerziellen Bereich für den flexiblen und schnellen Transport von Arbeitskräften sorgt.

Tempo 100 und Führerscheinklassen

Außer bei Kleinbussen bis acht Personen benötigt der Fahrer eines Busses einen Führerschein der Klassen D. Die Führerscheinklasse wird dabei je nach Anzahl der Sitzplätze definiert. Mit Klasse D1 dürfen bis zu 16 Personen befördert werden. Die Klasse DE erlaubt das Führen aller Busgrößen. Generell gilt für Busse Tempo 80 auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen. Neue Vorschriften ermöglichen es jedoch, dass Tempo 100 heute grundsäzlich erlaubt ist, wenn die Zulassung dafür in der Betriebserlaubnis eingetragen ist.

Hersteller und Preise für gebrauchte Busse

Die wichtigsten Hersteller von Bussen sind DAF (Reisebusse u.a.), Iveco (Reisebusse u.a.), MAN (Stadtbusse u.a.), Mercedes Benz (Stadtbusse, Kleinbusse u.a.), Neoplan (Doppeldeckerbusse u.a.), Scania (Reisebusse u.a.), Van Hool (Gelenkbusse u.a.), VW (Kleinbusse u.a.). Die Preise auf dem Markt für gebrauchte Busse bewegen sich zwischen knapp 2000 Euro für einen Neoplan N 4014-Reisebus und ca. 14.000 Euro für einen Doppeldecker Reisebus DAF SB 2305.

Das Bild MAN-Bus stammt aus dem MAN-Pressebildarchiv.