Kipper

In den 1920er Jahren kommen die ersten modernen Kipper auf den Markt

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In den 1920er Jahren kommen die ersten modernen Kipper auf den Markt

Mit mechanischen Kranzügen und simplen Schaufelsystemen Fuhrwerke schnell und ohne großen Kraftaufwand mit Schüttgütern wie Sand, Kohle oder Getreide zu beladen, dieses Verfahren war in der Landwirtschaft und im Transportgewerbe bekannt, lange bevor die Pferde- durch Motorkraft ersetzt wurde. Aber selbst als die Nutzfahrzeuge schon längst mit Dieselaggregaten auf den Straßen unterwegs waren, gab es für das zügige Entladen keine befriedigende Lösung. Obwohl das Prinzip denkbar einfach war: Wenn eine Ladefläche in Schräglage gebracht werden könnte, würde die Schwerkraft die Fracht in einem Rutsch am Bestimmungsort abkippen. Die zu diesem Zweck zunächst angewandten Handkurbeln funktionierten auf mechanischem Weg und waren dementsprechend schwer zu bedienen. Erst mit dem Einsatz von Hydraulikhebesystemen wurde das Problem effizienter gelöst. Die Firma Kässbohrer konnte im Jahr 1923 den ersten Hinterkipper auf den Markt bringen; zwei Jahre darauf stellte Meiller das erste Modell eines Dreiseitenkippers vor.

Der Einsatzbereich von Kippern unterschiedlichen Volumens

Heute kommen in dieser Nutzfahrzeugklasse offene und geschlossene Kipperbrücken mit Fassungsvermögen zwischen einem und 30 Kubikmetern zum Einsatz, die von beinahe jeder Art von Fahrgestell oder Geräteträger auf Knopfdruck anzuheben sind. Eingesetzt werden Kipper vor allem in der Bauwirtschaft, im Agrarbereich und bei kommunalen Betrieben sowie im Bergbau. Da als Trägerfahrzeuge vornehmlich Lastwagen genutzt werden, bieten fast alle Nutzfahrzeughersteller fertig aufgebaute Kipper in ihrem Programm an. Darüber hinaus gibt es Spezialhersteller, die Kipperbrücken zum Aufsatz auf unterschiedliche Trägerfahrzeuge sowie Kipperanhänger oder Silokipper anbieten.

Die unterschiedlichen Bauarten von Kippern

Gemeinsam ist allen Kippern unabhängig vom Volumen ihrer Aufbauten die hydraulische Hebetechnik. Unterschiede gibt es jedoch bei der Bauart der Kipperbrücken selbst. Zu differenzieren ist hier zwischen Hinterkippern, bei denen die Ladung durch eine öffnende Heckklappe herausrutscht, und Dreiseitenkippern, bei denen die Fracht wahlweise nach beiden Seiten oder nach hinten abgekippt werden kann. Darüber hinaus gibt es Konstruktionsunterschiede bei der Art des Aufbaus. Dieser kann wie beispielsweise bei Muldenkippern fest auf dem Trägerfahrzeug montiert sein oder aber auf eigenem Fahrgestell an Zugmaschinen angehängt werden. Darüber hinaus gibt es Kipperbrücken mit Rahmengestell, die je nach Bedarf flexibel auf verschiedenen Geräteträgen aufgesetzt werden können. Dies ist etwa bei Abrollkippern oder Absetzkippern der Fall. Eine weitere Aufbauart stellen die Krankipper dar, bei denen sich ein Auslegekran zwischen Kipperbrücke und Fahrerhaus befindet.

Die unterschiedlichen Ladekapazitäten von Kippern

Die kleinsten Kipper können auf dem Fahrgestell von Kleintransportern aufgesetzt werden oder als Eigenkonstruktion sogar mit Elektroantrieb fahren. Diese insbesondere von städtischen Betrieben benötigten Kleinkipper mit Fahrzeugbreiten von nicht einmal 1,50 Metern ermöglichen etwa die Müllentsorgung an schwer zugänglichen Stellen und fassen gut einen Kubikmeter. Die schwersten für die Straße zugelassenen Kipper sind die so genannten Dumper oder Muldenkipper, die zwischen ihren hohen Stahlwänden über acht Kubikmeter oder 15 Tonnen Ladung transportieren können. Noch weitaus mehr schaffen Abrollkipper und Absetzkipper, die Container zum Transport von Schüttgut wie etwa Getreide aufnehmen. Sie fassen in ihren über fünf Meter langen und knapp 2,50 Meter hohen Kipperbrücken bis zu 30 Kubikmeter. Ladeweltmeister jedoch sind die im Tagebau benötigten Dumper, die in haushohen Kippmulden annähernd 400 Tonnen Zuladung aufnehmen können und damit die größten Kipper auf dem Markt sind.

Hersteller von Kippern und Kipperbrücken

  • Carnehl, Deutschland (Kippermulden, Dreiseitenkipper u.a.)
  • Ford, USA (Kipper Serie Cargo u.a.)
  • Iveco, Italien (3-Seiten-Kipper 130 M u.a.)
  • Kässbohrer, Deutschland (Silokipper)
  • Kamaz, Russland (Kippermulden u.a.)
  • Liebherr, Duetschland-Schweiz (Großmuldenkipper T-Serie u.a.)
  • Magirus-Deutz, Deutschland (Dreiseitenkipper M 170 u.a.)
  • MAN, Deutschland (Dreiseitenkipper, Ladekrankipper u.a.)
  • Mercedes-Benz, Deutschland (Kipper aller Arten)
  • Meiller, Deutschland, (Kipperaufbauten und Kipperanhänger)
  • Multicar-Hako, Deutschland (Geräteträger Fumo, Tremo u.a.)
  • Renault, Frankreich-Schweden (Hinterkipper Midlum u.a.)
  • Scania, Schweden-Deutschland (Kipper 82M u.a.)
  • Spijkstaal, Niederlande (Elektrokipper)
  • VW, Deutschland (Taro-Hinterkipper; Dreiseitenkipper u.a.)
  • Volvo, Schweden (Kipper Serien FS, FL u.a.)