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Quads

Die Vorläufer der ATV entstanden für den militärischen Einsatz

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Bestmögliche Geländegängigkeit, leichte Manövrierfähigkeit, kleinstmögliches Gewicht bei zugleich hoher Ladekapazität und für den platzsparenden Transport im Flugzeug schnell zu demontieren, so lauteten die Vorgaben der US Army, als sie den Fahrzeughersteller Willys-Overland in den 1950er Jahren mit der Entwicklung eines neuen militärischen Leichtfahrzeugs betraute. Was der Hersteller des legendären Willys-Jeeps seinem Auftraggeber dann im Jahr 1957 präsentierte, ging als erstes All Terrain Vehicle (ATV) in die Geschichte ein. Seine Kennzeichen: Ballonreifen mit Niedrigdruck, Allradantrieb und eine offene Plattform mit demontierbarem Sitz und Lenkgestänge. Der deutsche Lkw- und Landmaschinenhersteller Faun übernahm das Konzept und präsentierte in den 1960er Jahren seinen Faun Kraftkarren (Krakra), der von der Bundeswehr genutzt wurde, erstmals jedoch auch in der Landwirtschaft zum Einsatz kam. Der Vorteil des Quad-ATV in der Agrarwirtschaft: Die Niedrigdruckbereifung verteilte das Gewicht des ATV optimal, sodass sich der Faun Krakra selbst mit einer Zuladung von über 700 Kilogramm über aufgeweichte Feldwege manövrieren ließ, ohne tiefe Spuren zu hinterlassen.

Aus dem Arbeitsgerät ATV entwickeln die Japaner das Freizeitgefährt Quad

Die großen japanischen Motorradhersteller entwickelten in den 1970er Jahren aus dem Nutzfahrzeugkonzept der ATV eine neue Fahrzeugkategorie, die zunächst als geländegängiges dreirädriges Motorrad vorgestellt wurde. Als Crossover-Modell zwischen Motorrad und ATV wurden diese mit einem Sattelsitz für zwei Passagiere ausgestatteten All Terrain Cycles (ATC) wie ein herkömmliches Motorrad gesteuert und beschleunigt. Das Beschleunigungsverhalten des Dreirads mit den dicken Ballonreifen erwies sich im Gelände allerdings gleichermaßen als Spaß- wie auch als Unfallfaktor. Gegen Ende der 1980er Jahre ersetzten daher die zuerst von Suzuki auf den Markt gebrachten vierrädrigen Quads die ATC.

Quads mit Straßenzulassung, als Geländefahrzeug, Renn- und Zugmaschine

Mit der Entwicklung der vierrädrigen ATV öffneten die Japaner dem Quad neue Märkte. Wurden die Quad-ATV vormals hauptsächlich in den USA gefahren, entwickelte sich mit der Ausdifferenzierung der Modelle der Einsatz von Quad-ATV im Sport- und Freizeitbereich. Während für Fahrten im Gelände, für Rennen oder für Transportaufgaben in der Landwirtschaft Allradantrieb, Differenzialsperre und Niedrigdruckreifen zum Standard wurden, sprachen die Hersteller mit technisch zivileren Quads zugleich Kunden an, die ihr Quad auch ohne Allradantrieb auf der Straße bewegen wollten. Sicherheit und Komfort mussten darauf eingestellt werden, sodass Quads heute auch mit kleinerer Bereifung, Federungssystemen, Automatik und Servolenkung sowie allen für die Straßenzulassung geforderten Ausstattungen geliefert werden können. Wichtig für die landwirtschaftliche Nutzung: Ausgestattet etwa mit einer Anhängerkupplung, kann selbst ein normales Quad als Zugmaschine zugelassen werden. Voraussetzung zum Führen eines Quad ist der normale Pkw-Führerschein der Klasse B. Hubraumschwächere ATV bis 50 ccm dürfen hingegen mit dem Führerschein der Klasse S bereits ab 16 Jahren gefahren werden. Sofern das ATV im landwirtschaftlichen Betrieb nicht über ein Führerhaus verfügt, sondern offen gefahren wird, besteht für jedes ATV oder Quad Helmpflicht.

Die Motorisierung des Quad kann auf den Einsatz abgestimmt werden

Ob als Zugmaschine, Feldtransporter, Schneepflug, Renn-ATV, Straßenquad oder Kinderquads, das Einsatzspektrum der kleinen Geländefahrzeuge ist inzwischen breit gefächert. Entsprechend unterschiedlich kann die Leistungsstärke zwischen 50 und gut 900 ccm Hubraum gewählt werden. Das ATV mit großer Ladefläche, zwei nebeneinander montierten Sitzen und einem Führerhaus, wie es in der Landwirtschaft gebraucht wird, kann etwa 16 kW (22 PS) mobilisieren, was beim erhöhten Gewicht des Nutzfahrzeugs für eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 40 km/h reicht. Gewichtsoptimierte Sport-Quads hingegen können es auf über 50 kW (68 PS) und entsprechend hohes Tempo bringen.

Wichtige Hersteller von ATV und Quads

  • Apex, USA (Mini-Quads)
  • Bashan, China (Quads)
  • Cectek, Taiwan (Straßenquads)
  • CPI, Taiwan (Quads)
  • John Deere, USA (ATV für die Agrarwirtschaft)
  • Honda, Kawasaki, Suzuki, Yamaha, alle Japan (Quads für Straßen- und Sporteinsatz)
  • Herkules, Deutschland (Quads, ATV)
  • KTM, österreich (Quads)